Bartagamen
(Haltung)
 


Vor dem Erwerb eines Tieres muss man sich intensiv mit den Haltungsbedingungen auseinandersetzen und überlegen, ob man diese erfüllen kann. Im Falle von Bartagamen ist das erste Problem der Platz für ein ausreichend großes Terrarium. Da die Tiere recht groß werden, sollte die Mindestgröße 150x80x80cm für ein Tier nicht unterschritten werden. Für jedes weitere Tier sollte man 20% mehr Grundfläche einplanen. Auch wir haben am Anfang den Fehler gemacht und dem Herrn "Zoofachverkäufer" glauben geschenkt und dachten 120x60x60cm würden ausreichen. Dies ist aber definitiv nicht der Fall. Wir z.B. würden liebend gerne ein noch größeres Terrarium bauen, da ich finde, dass die Tiere selbst in unserem 3m Terrarium aufgrund ihrer hohen Aktivität nicht genug Platz haben. Jedes mal neu zu bauen geht ziemlich ins Geld, daher gleich die richtige Größe bauen bzw. kaufen! Lediglich für Jungtiere empfiehlt es sich ein kleineres Terrarium zu haben bzw. das große Terrarium einfach etwas abzutrennen. Damit erleichtert man es den Kleinen ihre Nahrung leicht zu fangen.
 
 

 


Was bei dem Bau eines Terrariums so zu beachten ist, könnt ihr unter Terrarienbau nachlesen. Auf jeden Fall sollte man genug Lüftungsflächen einplanen, damit die Luft zirkulieren kann und die Bartagamen genug Frischluft haben. (ohne das es zu Durchzug kommen kann versteht sich)
 

 

 


Das nächste wichtige Thema ist die Beleuchtungstechnik. Auch da sollte man sich vorher informieren und nicht den "Zoofachhandel" für viel Geld leer kaufen. Für die Haltung von Bartagamen sind im wesentlichen drei Faktoren wichtig: Licht - Wärme - UV. Da die Tiere so sonnenhungrig sind, könnte man auch sagen: Licht-Licht-Licht. Was man dazu am Geschicktesten einsetzt trage ich hier mal für unseren Fall zusammen:
 

Licht:

Bitte nicht die Repti..sonst was Röhren, sondern T5-Leuchtstoffröhren oder die normalen T8-Neonröhren, jedoch mit elektronischem Vorschaltgerät (EVG) benutzen. Diese sind zwar in der Anschaffung etwas teurer, aber durch höhere Lichtausbeute und Lebensdauer am Ende doch günstiger. (Spreche leider mal wieder aus Erfahrung) Man sollte sich dazu einfach mal im Internet informieren, da es diese Röhren, EVGs und Halterungen dazu kaum im Fachhandel gibt. In der Aquaristik werden diese allerdings auch schon seit Jahren eingesetzt. Auf unserer Seite unter Links gibt es auch noch eine Empfehlung für einen guten Lichtshop, dort gibt es auch gleich die passenden Leuchtmittel und die zwingend notwendigen Reflektoren dazu. Denn auch da gibt es Unterschiede. Des Weiteren gibt es noch HCI bzw. HQI-Lampen, die zusätzlich als Grundbeleuchtung genutzt werden sollten. Dies ist aber nicht immer möglich, da es je nach Bauart und Größe des Terrariums zu viel zu hohen Temperaturen kommen kann. (zumindest ist es bei uns so) Hier muss ausprobiert werden, wieviel Beleuchtung speziell euer Terrarium verträgt.
 
Wärme:


Bartagamen lieben die Sonne, gerade weil sie ihnen die nötige Wärme liefert. Also werden Wärmepunkte im Terrarium eingerichtet, an denen sie Temperaturen von 40-50°C vorfinden. Dies realisiert man am Besten mit herkömmlichen Halogen-Spots aus dem Baumarkt. Am besten sind meiner Meinung nach die Brilliant Spots von Philips oder PAR-Strahler (einfach mal im Baumarkt nachfragen). Sind zwar auch wieder etwas teurer, aber durch doppelte Lebensdauer kompensiert sich das wieder. Je nach Bauart des Terrariums kann die notwendige Wattzahl variieren. Es können 40 Watt reichen, aber auch 60-100 Watt nötig sein um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Wichtig ist, dass die Grundtemperatur bei ca. 25-30°C liegt, wobei immer ein Bereich 25°C zur Abkühlung vorhanden sein sollte. Aufgrund der aufgelisteten Vorschläge könnt ihr Heizmatten, -steine und den ganzen anderen teuren Kram getrost vergessen.
 

UV-Licht:


Um den Tieren das nötige UV-Licht für die Vitamin D3 Synthese und damit einem guten Knochenbau zu liefern, kommt eigentlich nur eine Bestrahlung mit der Osram Vitalux in Frage. Diese Leuchte ist so intensiv, dass eine Bestrahlung von 30 Minuten im Abstand von >80cm ausreicht. Eine sehr gute Alternative gerade bei kleineren Terrarien ist dazu die Desert Bright Sun von Lucky Reptile. Die Lampe kann eventuell (je nach Entfernung zum Tier) auch als Wärmespot benutzt werden. Der Preis der Lampe ist jedoch nicht ohne und noch dazu muss sie mit einem separaten elektronischem Vorschaltgerät betrieben werden. (Fragen dazu beantworten wir gern in unserem Forum) Es gibt auch Alternativen, mit denen ich aber keine Erfahrungen habe und sie deshalb auch nicht aufzählen will. Auf jeden Fall könnt ihr die Finger von Repti-glo und anderen Leuchtstoffröhren lassen, da die UV-Bestrahlung nur bis 30cm Abstand zum Tier funktioniert und auch dies nur bedingt. Außerdem verlieren diesen Röhren schon nach einem halben Jahr ihre Intensität und man muss sie austauschen. Wenn ihr wisst, wie teuer so eine Röhre ist, könnt ihr euch ausrechnen wie schnell sich die ca. 45€ für die angesprochene Vitalux rentieren, zumal diese mehrere Jahre Lebensdauer hat. Wichtig dabei ist nur der Mindestabstand der Bestrahlung von mindestens 80cm, da es sonst zu Verbrennungen und Augenverletzungen  kommen kann. Wenn euer Terra nicht die nötige Höhe hat, bestrahlt ihr die Tiere einfach außerhalb des Terrariums oder mit offener Scheibe von Außen ins Terrarium. (wichtig, da Glas die UV-Strahlung filtert und ihr sonst umsonst bestrahlt)
 


Die Luftfeuchtigkeit sollte so ca. 30-45% betragen, die Tageshöchstwerte jedoch 60% nicht übersteigen. Um dies zu überwachen, eignen sich Hydrometer, die ihr im Baumarkt oder im Zoohandel erwerben könnt. Da diese "Messinstrumente" jedoch meist nicht besonders zuverlässig sind, empfehle ich Euch vor dem Kauf einfach mehrere nebeneinander zu halten und eins zu nehmen, welches einen guten Mittelwert aller Messwerte anzeigt.
 

Als Bodengrund eignet sich besonders ein Sand-Lehm-Gemisch. Sand bekommt ihr wiederum im Baumarkt, allerdings darauf achten, dass es Spielsand ist. Dieser hat abgerundete Körner womit sich die Tiere, wenn sie ihn einmal aufnehmen, nicht verletzen können. Den Lehm findet ihr bei ebay, dort gibt es einige Anbieter extra für die Terraristik, z.B. HS-Terraristik oder in dem von uns empfohlenen Shop. Ansonsten mal wieder im Netz nach geeigneten Anbietern schauen. Dieses Gemisch schafft einen harten aber grabfähigen Untergrund, an dem eure Tiere gefallen finden werden.
 

Einrichten
sollte man das Terra mit einer Rückwand, die von den Tieren beklettert werden kann. Dazu Steine, die direkt auf dem Boden positioniert werden, damit sie nicht untergraben werden können und großen Ästen zum Klettern, an denen die Tiere mit ihren Krallen festen Halt finden. Anregungen und eine Anleitung zum Bau einer solchen Rückwand findet ihr auf diesen Seiten, einfach mal rumklicken. Fehlen darf natürlich nicht eine Wasserschale und eine Futterschale. Beide sollten nicht zu hoch sein, um den Tieren einen einfachen Zugang zu gewährleisten.
 

Das Terrarium sollte aufgrund des Gewichtes auf einem stabilen Unterbau stehen. Am besten an einem hellen Ort ohne direkte Sonnenbestrahlung, damit es nicht zu Überhitzung kommt. Der ausgewählte Platz sollte wenn möglich eher ruhig gewählt sein, da es sonst zu unnötigem Stress der Tiere kommt, z.B. durch einen Fernseher oder ständig vorbeilaufende Menschen.
 


Für eine hohe Lebenserwartung der Bartagamen ist eine Winterruhe unerlässlich, diese Pause in den Wintermonaten gönnen sich die Tiere meist von ganz alleine. Sie werden träge und inaktiv und fressen nicht mehr so gierig. Vorher jedoch sollte man eine Kotprobe zur Untersuchung einschicken, um zu prüfen ob das Tier Parasiten hat und dann die Fütterung einstellen. Wenn das Tier gesund ist kann man die Beleuchtung nach und nach runterfahren bzw. verkürzen, bis sie ganz ausgeschalten wird. In dieser Zeit schlafen die Tiere hauptsächlich. Über das Thema Winterruhe sollte man sich aber noch einmal intensiv in einschlägiger Literatur erkundigen, da wir auch noch nicht so viel Erfahrung damit haben und es jeder anders empfiehlt, wollen wir das nicht weiter konkretisieren.